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( Quelle : Rhein-Neckar-Zeitung, Montag 18. November 2002)


Wenn der Butler mit der Lady...


Vergnügliche Premiere von überarbeitetem "Dinner for one" im Schatzkistl
Was passiert vor der Premiere? Welcher Verrenkungen bedarf es, um eine Rolle "auf den Brettern, die die Welt bedeuten" zu ergattern? "Dinner for one... wie alles begann” plaudert ein wenig aus dem Schauspieler-Alltag, um dann in den legendären Sketch von Freddy Frinton zu münden. Das Stück von Volker Heymann kam jetzt als Premiere im Kabarett "Schatzkistl" im Hotel "Mannheimer Hof" auf die Bühne.
Klaus (Gunter Möckel) will diese Rolle. Unbedingt. Der alternde Schauspieler will wieder auf die Bühne, weg von "Schulungsfilmen für Einkaufsmärkte", weg von Filmchen wie "Wenn der Penny mit dem Euro". Er will den Butler James in "Dinner for one" mimen, obwohl er das Srück missbilligt und seine Englischkenntnisse sich allein auf einen Insel-Aufenthalt zu Schülerzeiten stützen. "Vereinsamte, alte Frau, nicht mehr ganz Herr ihrer Sinne, schikaniert ihren Diener. Tiger wird alberner Stolperstein", fasst er den Inhalt zusammen.
Der Regisseur hat´s schwer: Die Premiere dräut, die Erstbesetzung ist abgesprungen und nach einem harten Vorsprechen – ein Parforceritt, in dem Rezitation, psychologisches Einfühlungsvermögen, Intuition und Improvisation gefragt sind (köstlich Möckels Monolog aus Sophokles´ Antigone) – lässt er sich doch auf Klaus und dessen Partnerin Elvira ein, die die Arbeit durch ständige Streitereien, Eifersüchteleien und kleine Bosheiten erschweren.
Doch trotz aller Unbilden schaffen es die drei, das Stück einzustudieren und zur Premierenreife zu bringen. Und dann kommt der immer wieder großartige Sketch "Dinner for one", in dem Miss Sophie ihren 90. Geburtstag begeht, im Kreise ihrer Lieben, die da sind: der Wirt Sir Toby, der knarzige Admiral von Schneider, der schüchterne Mister Pommeroy und natürlich Mr. Winterbottom, der Lady liebster Gast. Die sind zwar alle verstorben, das Essen – und vor allem Trinken – muss, neben seinen sonstigen Dienstleistungen, Butler James übernehmen, der durch den übermäßigen Alkoholgenuss und die häufigen Toasts immer gewagter seinen Service versieht.
Dieser zweite Teil ist auch bei Heymanns Stück der absolute Höhepunkt. "Dinner for one... wie alles began” gestaltete sich vor allem dank eines überragenden und köstlich agierenden Gunter Möckel sehr vergnüglich. Seine beiden Mitstreiter Volker Heymann als Regisseur und Regina Steegmüller (Elvira) assistierten und überließen ihm gerne die Bühne.
Von Käthe Dorsch

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Musik-Kabarett SCHATZKISTL
   
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